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ORTSGESCHEHEN

'Mieterschutz XXL'

Beim anstehenden Verkauf der drei Mietblöcke am Stutenanger werde „der Schutz der Mieterinteressen oberste Priorität genießen“, versprach Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler: „Wir fordern Mieterschutz XXL“. Bei einer Informationsveranstaltung der Gemeinde am Montag vor etwa 300 Betroffenen im Bürgersaal wurden bereits konkrete Ansätze für die Zukunft der Anlage aufgezeigt.
So prüft die Baugenossenschaft Ober- und Unterschleißheim einen Einstieg in das Objekt, zudem hat die Bürgermeisterin kirchliche Wohnungsträger angefragt. Denkbar ist dazu eine Aufsplittung der drei Blöcke mit über 400 Wohnungen und 17 Läden in kleinere Verkaufseinheiten.
Ziegler stellte zusammen mit dem Mieterverein München bereits eine „Sozialcharta“ vor, auf die man künftige Käufer verpflichten wolle. Kernsatz darin ist, dass die dort lebenden Mieter nach einem Verkauf „nicht schlechter gestellt“ werden dürften. Dazu wird etwa der mögliche Spielraum für Mietererhöhungen zu Refinanzierungen limitiert und eine Klausel soll Mieter über 60 Jahre oder mit schwerer gesundheitlicher Einschränkung faktisch unkündbar machen.
Dass die Mietwohnen erhalten werden müssten, ist für Ziegler dabei nicht verhandelbar. Wohnangebote dieses Kalibers seien im sozialen Mix eines Ortes unverzichtbar. Insofern sei der angekündigte Verkauf „für den ganzen Ort eine problematische Entwicklung.“ „Wir brauchen sie alle, die sie hier leben“, rief sie den Mietern zu, „weil wir zusammen eine Gemeinschaft bilden.“
Für den bisherigen Eigentümer, die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL), versicherte Markus Selinger, Abteilungsleiter Immobilienmanagement, in den Unternehmen würde „immer sehr auf Mieterschutz geachtet“. Unter spöttischem Gelächter der Runde betonte er: „Uns liegen unsere Mieter auch am Herzen.“ Die Verkaufsentscheidung begründete er damit, dass sein Haus zu wenig Kompetenz für deratig umfassende Sanierungsmaßnahmen besitze. „Das können örtliche Sanierer besser, effizienter und schneller“, deshalb wolle man vor einer Investition das Objekt abgeben.
In Erklärungsnöte geriet Selinger auf Nachfrage aus dem Quartiersmanangement der „Sozialen Stadt Parksiedlung“, was denn mit den üblichen Rückstellungen für Sanierungsaufgaben aus den 50 Jahren Mieteinnahmen geschehen sei. Die ab 1964 bezogenen Gebäude wurden noch nie grundlegend saniert. Selinger sagte, die VBL bilde diese Rücklagen „nicht für jedes Objekt“, sondern für die Gesamtheit ihrer Immobilien im Bundesgebiet. Innerhalb derer gebe es Sanierungspläne, „und Oberschleißheim war bisher eben noch nie dran“.
 
(mit einem Kommentar)


11.12.2012    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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