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ORTSGESCHEHEN

Lesermail zum Artikel: 'Heino Hanke, Kaiser Wilhelm und die 'Biene Maja''

Bei diesem interessanten Fund kann es sich aus mehreren Gründen nicht um die Stimme Kaiser Wilhelm II. handeln:
1. Durch die Ansage wird deutlich, dass es eine kommerzielle Aufnahme ist. Dieser hätte der Kaiser niemals zugestimmt.
2. In der Ansage ist lediglich von der "Ansprache seiner Majestät" die Rede. Wäre tatsächlich Kaiser Wilhelm II. der Sprecher hatte die Ansage lauten müssen: "Es spricht seine Majestät der Kaiser" oder "Gesprochen von seiner Majestät."
3. Der Sprachcharakteristik und die Sprechgeschwindigkeit des Redners passen überhaupt nicht zu den überlieferten Tonaufnahmen des Kaisers.
4. Der Redner hat einen Berliner Dialekt mit stark betontem "r" und ist ein erfahrener Phonographensprecher der gleichmäßig laut und kräftig spricht. Beides trifft auf die Tonaufnahmen des Kaisers nicht zu.
5. Der Redetext wurde gekürzt, um auf die Walze zu passen. Auch das hätte der Kaiser nicht mit sich machen lassen.
6. Die Geschwindigkeit der Walze beträgt 160 Umdrehungen pro Minute. Diese Geschwindikeit wurde für kommerzielle Aufnahmen im Jahr 1902 eingeführt. Davor hatten die Walzen üblicherweise Geschwindigkeiten von 120 bis 125 UpM.
7. Es ist historisch belegt, dass der Kaiser erst im Januar 1904 seine ersten Tonaufnahmen machte. Dabei handelt es sich um 2 Walzen für ein geplantes Archiv von Stimmen berühmter Persönlichkeiten an der amerikanischen Harvard University. Es wurde dabei zugesichert, dass die Aufnahmen nicht veröffentlicht werden würden. Der Kaiser zog sich für die Aufnahmen mit seinem Kammerdiener, der in der Bedienung des Phonographen unterwiesen wurde, in seine Privatgemächer zurück. Die Aufnahmen entstanden also unter Ausschluss der Öffentlichkeit und haben keine Ansage.
8. Es existiert keine historische Quelle dass der Kaiser eine Aufnahme der "Hunnenrede" gemacht hat, obwohl damalige Fachblätter, wie z.B. die Phonographische Zeitschrift, über solch ein Ereignis ausführlich berichtet hätten.
9. Nachgesprochene Reden waren zur Phonographenzeit nichts ungewöhnliches. Sie wurden z.B. auf Jahrmärkten gegen Eintrittsgeld vorgeführt. Schon deshalb hätte sich der Kaiser niemals dazu bereit erklärt, dem Phonographen "unkontrolliert" seine Stimme zu verleihen.
Es ist schade, dass die historische Bedeutung des Fundes dieser Walze durch die unhaltbare Behauptung, der Kaiser selbst würde darauf sprechen, überlagert und vernebelt wird.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Puille, Berlin
 
(weitere Lesermails)


12.11.2012    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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