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ORTSGESCHEHEN

Wo drückt der Lärm?

Wo drückt der Lärm?

Für die Lärmbelastung in Oberschleißheim liegt nun ein detaillierter Betroffenheitskatalog vor. Anhand dieser Kartierung will sich das Rathaus jetzt objektive Regeln und Prioritäten für die Abhilfe oder individuelle Unterstützung verordnen. Über die bereits intensiv debattierten Lärmschutzmaßnahmen für Lustheim, entlang der Autobahn A92 und für die Bahn hinaus empfiehlt die Lärmanalyse keine übergreifenden Maßnahmen.
Faustregel der detailliert ausgearbeiteten Betroffenheit ist, dass die Lärmsituation entlang der Bahnstrecke am schlimmsten ist, es folgt die Belastung durch die Bundesstraße B471 und schließlich durch die Staatsstraße 2342, wobei die Kombination Bahn/Staatsstraße entsprechend die absoluten Negativwerte gebiert. Weitere Lärmquellen sind Mittenheimer Straße, Professor-Otto-Hupp-Straße und weitere Durchgangsstraßen der Parksiedlung.

Die Grafik oben aus dem Gutachten bezeichnet für jedes Haus am Ort die nächtliche Lärmbelastung. Farbig markierte Anwesen sind über 49 dB(A) belastet. Der Grenzwert markiert eine weitgehend entspannte Situation, nur etwas ruhiger, bei 45 dB(A), ist Schlafen bei offenem Fenster ohne Belästigung möglich. Die farbige Abstufung zeigt gemäß Legende den Grad des Lärms, von gelb über rot und lila bis blau als schlimmste Belastung.

Wand für Lustheim verlängern?
Als vorgezogene Maßnahme aus dem Gutachten hat das Rathaus bereits eine Lärmschutzwand für Lustheim entlang der Staatsstraße 2053 beschlossen. Empfohlen wird in der Expertise, diese Wand nach Nordwesten bis zur Einmündung der Hochmuttinger Straße zu verlängern. Dies würde auch noch den nördlichen Bereich Lustheims abschirmen und sei nach Ansicht von Gitachterin Claudia Hentschel sogar städtebaulich angeraten: als Lückenschluss zwischen Schlossmauer und Lärmschutzwall ab dem Kreisel südwärts.

Warten auf Bahn und Autobahn
Entlang der Bahn muss die Gemeinde erstmal die Pläne der Bahn in ihrem derzeit erstellten Lärmaktionsplan abwarten. An der Autobahn A92 wird bei deren anstehenden sechsspurigen Ausbau ein Lärmschutzwall erstellt. Und als Lärmminderung für die Anlieger der Statsstraße 2342 ist mittelfristig die Verlegung an den Westrand des Ortes geplant.
Weitere bauliche Maßnahmen zur Lärmminderung sieht das Gutachten nicht. Lärmschutzwände entlang der B471 entlang wären unabhängig von der strädtebaulichen Wirkung weitgehend uneffektiv, da sie durch die zahlreichen Unterbrechungen für Zufahrten jegliche Wirkung verlören.
Beraten wird der Gemeinderat auf Grundlage der Zahlen ein eventuelles Unterstützungsprogramm für individuelle Lärmschutzmaßnahmen wie Schallschutzfenster. Die FDP hatte beantragt, eine Basis der Betroffenheit über den ganzen Ort darzustellen, damit objektive Grundlagen für die Förderung von Maßnahmen nachvollziehbar seien.

Lärmberechnungen plausibel
Das Gutachten hat an sieben vom Gemeinderat ausgewählten Stellen auch mit dem Peilgerät den realen Geräuschpegel gemessen, um so zu verifizieren, ob die reinen Lärmberechnungen als Grundlage amtlicher Lärmbewertung auch plausibel seien. Hier konnte das Gremium beruhigt werden. Die amtlichen Berechnungen lagen in keinem verglichenen Fall unter der realen Belastung, so dass sich der Gemeinderat ganz auf das Berechnungsverfahren will.


24.10.2012    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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