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Lesermail zum Artikel: 'Was fehlt an der Nahversorgung?'

Ist die Nahversorgung in Oberschleißheim ausreichend?
Sind genügend Einkaufsmöglichkeiten vorhanden oder gibt es zu wenige?
Mit solchen oder ähnlichen Fragen beschäftigen sich wieder einmal unsere Kommunalpolitiker. Warum beschäftigen sie sich mit dieser Frage? Sind eventuell Klagen aus der Bevölkerung laut geworden, dass es zu wenige Einkaufsmöglichkeiten in Oberschleissheim gibt oder sind sie selbst dieser Meinung?
Eine Befragung der Freien Wähler auf ihrer Internetseite wird lediglich ergeben, dass 80 % der Befragten aussagen, dass die Einkaufsmöglichkeiten am Ort schlecht, bzw. unzureichend sind.
Dies ist jedoch kein Problem der Gemeinde Oberschleissheim, sondern ebenso das Problem aller anderen Gemeinden, Dörfer und Städte. Der Strukturwandel, wie er in Fachkreisen genannt wird und seit über 20 Jahren stattfindet, hat eben gerade diese Auswirkungen.
Der Strukturwandel ist eine Veränderung in der gesamten Einkaufswelt. Das heißt weg von den kleinen und mittleren Betrieben hin zu den Großanbietern. Die Folge davon sind Deutschlandweit ca. 40.000 Betriebsaufgaben von kleinen und mittleren Betrieben pro Jahr - und das schon seit 20 Jahren.
Die Auswirkungen davon sind meist Leerstand und Verödung der Dorfzentren und der Innenstädte. Die Großanbieter, ob nun Aldi oder Lidl, Rewe oder Biller, Kaufmarkt, Obi, Adler oder Ikea, um nur einige in unserem Einkaufsbereich zu nennen, mieten möglichst große und günstige Verkaufsflächen an, beschäftigen wenig oder kein Fachpersonal, kaufen Massenware ein und zahlen ihre Steuern im Land ihrer Wahl, um das einmal milde auszudrücken.
Beachtlich ist auch der laufend wachsende Anteil der Internethändler wie Amazon und dergleichen. Der Vorteil des Kunden: Ein riesiges Angebot, günstige Preise, Erlebniseinkauf, Schnäppchenjagt und Sonderangebote.
Der Nachteil: Der Kunde muss eventuell eine größere Fahrstrecke in Kauf nehmen und muss damit rechnen, dass er in nächster Nähe den gewünschten Artikel nicht bekommen kann. Dieses Problem wird besonders dann laut, wenn die Konsumenten älter oder nicht mehr mobil sind.
Ein Händler am Ort kann weder mit der riesigen Auswahl noch mit den Preisen mithalten. (Egal wie gut er ist). Die Ladengeschäfte am Ort können in diesem Umfeld von Großanbietern nicht kostendeckend arbeiten, da ihnen ein Großteil der Umsätze von Anbietern auf der „grünen Wiese“ entzogen wird. Es bleibt nur übrig, sich in eine Marktlücke zu verziehen, welche von den Großanbietern nicht abzudecken ist, wie z.B. im Servicebereich.
Was kann die Politik nun hier am Ort bewerkstelligen? Sie kann den Existenzgründern nur empfehlen, vorab eine besonders genaue Marktforschung zu betreiben und sich bei speziellen Fragen an den Gewerbeverband zu wenden.
Dieser hier beschriebene Vorgang ist nicht rückgängig zu machen. Der Markt regelt sich von alleine. Wenn die Nachfrage nach hochwertiger Kleidung steigt, wird sie der Laden im "Hit" bestimmt anbieten oder auch das Sortiment Kochtöpfe, Kreutzschlitzschrauben oder Feuchtraumsteckdosen.
Da wünscht sich so mancher den alten Tante-Emma-Laden wieder zurück. Aber den gibt es tatsächlich schon in Neuauflage: Siehe Esso, Allguth, Shell und Agip.
Für nicht mehr so mobile Bürger empfehle ich einen gut funktionierenden „In Home Service“.
Mit besten Grüssen,
Walter Schmitt (Mitglied im Gewerbeverband Einzelhandel)
 
(weitere Lesermails)


06.08.2012    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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