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ORTSGESCHEHEN

Oberschleißheim veraltet und schrumpft

Eine Überalterung des Ortes weit über der bayerischen Altersentwicklung läßt das jährliche Bevölkerungssaldo aus Geburten/Sterbefällen immer mehr ins Minus rutschen. Die anhand der geplanten Siedlungsentwicklung möglichen Zuzüge werden nach einer Prognosestudie für den Gemeinderat diesen jährlichen Schwund nicht kompensieren.
11.939 Menschen leben derzeit amtlich in Oberschleißheim, davon sind über ein Fünftel älter als 65. Ein demografischer Index, der die Relation alt/jung abbildet, erreicht im bayerischen Schnitt einen Wert von 0,53, im Landkreis München einen "jüngeren" Wert von gut 0,5 - und in Oberschleißheim einen deutlich "älteren" von 0,61.
Anfang der 1990er Jahre lag der Saldo aus Geburten und Sterbefällen in Oberschleißheim noch bei 28 zugunsten des Nachwuchses; in den vergangenen Jahren ist er auf Minus drei eingekracht.

Sterbefälle steigen, Geburten sinken

Und die Schere öffnet sich weiter. Die Überalterung läßt die jährliche Zahl von 110 Sterbefällen bis 2025 nach der Progose auf 150 anschwellen. Einher geht in dieser Phase Geburtenrückgang. Anfang der 1990er Jahre gab es im Schnitt jährlich 103 neugeborene Oberschleißheimer, zuletzt waren es noch 97. Die Prognose geht bis 2025 von nur mehr 88 Geburten im Schnitt aus.
Damit zeichnet sich für die Studie ab, dass in den nächsten 15 Jahren die Bevölkerung ohne Zu- und Wegzüge rechnerisch um sieben Prozent schrumpfen würde. Ein Potenzial an neuen Wohnflächen wird in diesem Zeitraum für 1500 Menschen gesehen. Die dadurch möglichen Wanderungsbewegungen könnten diesen Bevölkerungsschwund jedoch nicht kompensieren. Im Schnitt werde Oberschleißheim bis 2025 daher rund 2,5 Prozent weniger Einwohner haben als heute, erwartet die Analyse. In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Einwohnerzahl um acht Prozent gestiegen.

Plus bei "Bildungswanderung", Minus bei jungen Familien
Der Ort hat derzeit statistisch in allen Alterschichten mehr Wegzüge als Neuankömmlinge – außer im Alter zwischen 18 und 24. Diese Altersspanne wird von den Soziologen als „Bildungswanderung“ eingestuft, weil hier während Ausbildungs- und Studienzeiten gelebt wird. In dieser Altersstufe haben vergleichbare Gemeinden im Umland Indexwerte von Minus 20 bis 49, in Oberschleißheim liegt der Zugewinn im Sektor der Bildungswanderung bei 57 Prozent.
Das andere Extrem ist die „Familienwanderung“, bei der gekoppelte Zahlen der 30- bis 49jährigen mit den unter 17jährigen vermessen werden, junge Familien also. Hier liegen die Vergleichswerte im Umland bei sieben bis 17 Prozent Zugewinn, in Oberschleißheim bei zwölf Prozent Verlust an jungen Familien.

Junge Mütter
Ein Kuriosum: die Mütter sind in Oberschleißheim im Schnitt deutlich jünger als sonst im Großraum München. Während im Landkreis München rund 70 Prozent der Mütter ihre Kinder mit über 30 Jahren zur Welt brachten, waren die Oberschleißheimer Mütter in den vergangen Jahren zu 65 Prozent unter 35 Jahren. Im Alter von 20 bis 30 Jahren waren im Landkreis nur 27 Prozent der Mütter, in Oberschleißheim 40 Prozent.


05.01.2012    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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