. .
Raiffeisenbank OberschleißheimBaugenossenschaft Ober- und Unterschleißheim
Facebook
KommunikationsDesign Pichler & Treffer
PR-Büro Bachhuber
slius-design - Werkstatt für Webdesign und Grafik
Ihre Gemeindebücherei
ORTSGESCHEHEN

'Segensreiche Tätigkeit'

25 Jahre besteht seit der Wiedergründung in erneuerter Form der Kranken- und Altenpflegeverein. Das Jubiläum wird am 24. September mit einem Gottesdienst ab 14 Uhr in St.Wilhelm und einem großen Festakt ab 15 Uhr im Bürgerzentrum gefeiert. Der Verein hat eine ansprechende Festschrift dazu aufgelegt, die (v. li.) Zweiter Vorsitzender Peter Benthues, Hildegard Reuter, die Einsatzleiterin der Vereinshelferinnen, Christl Hänfler, die Einsatzleiterin der Hospizgruppe, und Vorsitzender Georg Kalmer vorgestellt haben.
Pfarrer Kranz hatte beim Aufbau einer eigenen Pfarrei Oberschleißheim für die nötigen Sozialdienste Klosterschwestern der „Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser“ an den Ort geholt, die seit 1926 einen Kindergarten betreuten, jungen Mädchen Hauswirtschaftsunterricht gaben und Kranke und Alte pflegten. Nach einer Unterbrechung im „Dritten Reich“ taten die nach ihrem Stammsitz Niederbronn benannten Schwestern bis 1985 ihren Dienst in Oberschleißheim.
Zur finanziellen Stütze der Arbeit hatte der rührige Pfarrer Kranz einen „Kinderhortverein“ einerseits und einen „Krankenpflegeverein“ andererseits ins Leben gerufen. Nach dem nationalsozialistischen Abbruch der Traditionen wurden 1948 beide Initiativen in dem Verein „Kindergarten und Krankenpflege“ gebündelt, der eben nach der Institutionalisierung dieser Aufgaben schließlich keinen Zweck mehr hatte, als zum Unterhalt der letzten Niederbronner Schwestern in Oberschleißheim beizutragen.
1985 war der Verein, der seit rund 20 Jahren nur mehr auf dem Papier bestanden hatte, endgültig sinnentleert. Doch an die 400 Mitglieder waren noch eingeschrieben und zahlten ihre Beiträge, die von den Klosterschwestern von Haus zu Haus eingesammelt wurden. Dies sei ein derart beeindruckendes „Potential guten Willens“, sagte Schwester Odolinde zum Abschied, das Oberschleißheim nicht verkümmern lassen dürfe.
55 Mitglieder des dümpelnden Vereins trafen sich ein paar Monate später, um zu entscheiden, wie mit diesem Potential umzugehen sei und entschieden sich mit hauchdünner Mehrheit, den Verein fortzuführen. „Die Schleißheimer haben sich zu dieser Aufgabe bekannt“, sagt Georg Kalmer, damals als Pfarrgemeinderatsvorsitzender von Maria Patrona Bavariae der Motor der Wiederbelebung und nun seit 25 Jahren Vorsitzender des Kranken- und Altenpflegevereins.
Konzipiert zunächst als reiner Förderverein für pflegerische Aufgaben am Ort, entschied sich der Verein sehr bald, auch konkrete Dienste anzubieten. 1989 wurden Gerda Graf und Hildegard Reuter als Vereinshelferinnen angestellt, die auf Basis geringfügiger Beschäftigung für alte Menschen Besorgungen erledigen,Medikamente holen, zum Arzt fahren – oder, das große Plus gegenüber den meisten institutionalisierten Angeboten, einfach Zeit haben, für ein Gespräch, eine Tasse Kaffee, einen Spasziergang.
Zehn Wochenstunden haben die beiden damals abgerechnet, heute beschäftigt der Verein fünf Helferinnen mit zusammen 27 Wochenstunden. Wobei die Zahlen nie als Obergrenze genommen werden dürfen, wie Kalmer betont: „Wir wollen unseren Dienst nicht mit der Stoppuhr erfüllen.“ 530 Arztfahrten wurden im Vorjahr geleistet, 390 Besorgungen und 640 Besuche für Gespräche und kleinere Hilfen, „eine segensreiche Tätigkeit“, bilanziert der Vorsitzende.
2000 wurde das Spektrum des Vereins um eine Hospizgruppe erweitert. Als erste Gruppe dieser Art in Norden Münchens etabliert, sind es mittlerweile sechs ehrenamtliche Helfer, die Sterbebegleitung und Trauerarbeit leisten. Unter der Einsatzleitung von Christl Hänfler werden im Jahr rund 330 Sterbebegleitungen ausgefüllt und dazu noch 180 Beratungen. Aktivitäten wie Ausflüge, Gesprächsrunden oder kleine Feste und Konzerte runden das Vereinsspektrum.
Aktuell plant der Verein gerade einen dritten Tätigkeitsschwerpunkt, nämlich eine Hilfestellung für dementiell erkrankte Menschen und deren Angehörige, wobei Art und Ansatzpunkt hier noch völlig offen sind. „Die Alterseinsamkeit ist ein Problem, das immer größer wird“, bilanziert Kalmer zum Jubiläum, „für ausreichend Arbeit ist auch in Zukunft sicher gesorgt“.
Der aufgrund seiner Altersstruktur beim Übergang 1986 schnell überaltete Verein hat nach fortdauerndem Mitgliederschwund 2005 mit einer großen Werbeaktion annähernd 100 neue Interessenten gewonnen und steht damit heute wieder bei über 400 Mitgliedern.


17.09.2011    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

Bücher am Schloss
rk medien - Ihr richtig kreativer Drucker
WetterOnline
Das Wetter für
Oberschleißheim