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ORTSGESCHEHEN

'Keine Gen-Schweine im Landschaftsschutzgebiet'

Gegen massive Einwände von Naturschutzorganisationen und der Landeshauptstadt München als Nachbar und auch gegen Vorbehalte im eigenen Gemeinderat will Oberschleißheim den geplanten Ausbau der Schweinezucht der Uni München zu Genforschungen genehmigen. Die entsprechenden Leitpläne liegen noch bis 4. Oktober im Rathaus zur öffentlichen Ansicht und Stellungnahme aus. Mehrheitlich hat der Gemeinderat die Pläne bereits akzeptiert.
Der Widerstand gegen das Projekt hat zwei Stoßrichtungen, die von der Landeshauptstadt München in ihrem ablehnenden Votum in die Überschrift gebündelt werden: „Keine Gen-Schweine im Landschaftsschutzgebiet“. Zum einen haben im Genehmigungsverfahren der Bund Naturschutz und die Schleißheimer ÖDP grundsätzliche Bedenken gegen derartige genetische Manipulationen artikuliert, zum anderen verwahren sich auch Oberschleißheimer Gemeinderäte gegen eine weitere Bautätigkeit in Badersfeld.
Als der Einzug der Uni 2003 genehmigt worden war, geschah dies mit der ausdrücklichen Auflage, über die Nutzung der Gebäude der ehemaligen Moorforschung hinaus dort keine Neubauten zuzulassen. Jetzt entsteht unter anderem ein Schweinestall mit 30 mal 80 Metern Fläche plus mehreren Nebengebäuden. „Dieser Verbauung der Landschaft muss ein Riegel vorgeschoben werden“, heißt es in der Ablehnung der ÖDP. Auch der Bund Naturschutz befürchtet „nach und nach weitere Ausweitungen und damit bauliche Eingriffe im sensiblen Umfeld des Dachauer Mooses“.
Die Nachbarstädte München und Unterschleißheim befürchten zudem Geruchsbelästigungen für Anwohner und Erholungssuchende durch die Schweinehaltung. München weist darauf hin, dass ein derartiges Projekt den Zielen des kommunalen Vereins „Dachauer Moos“, dem auch München und Oberschleißheim angehören, „diametral enjgegenstehe“.
Der Gemeinderat hat die Bedenken mehrheitlich verworfen. Die Gemeinde bekenne sich als Forschungsstandort, heißt es darin, und damit müßten auch Erweiterungen ursprünglicher Konzepte grundsätzlich möglich sein. Ein Ausbau bestehender Anlagen sei dabei einer völligen Neuplanung oft vorzuziehen, „da auch bei neuen Standorten Konlikte auftauchen können“. Das Gut Badersfeld sei für die gewünschte Erweiterung „grundsätzlich geeignet“.
Mit umfangreichen vertraglichen Festlegungen habe die Gemeinde „sehr sorgfältig die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes sowie des Immissionsschutzes berücksichtigt“ und sei daher „ihrer Aufgabe mit hohem Verantwortungsbewusstsein nachgekommen“. Die befürchtete weitere bauliche Ausweitung sei in diesen Begleitverträgen ausgeschlossen und werde auch „von der Gemeinde nicht gewünscht“. Gutachten zur Geruchsbelastung hätten Auflagen erarbeitet und mit deren Umsetzung sei einwandfrei gesichert, dass Ammonikbelastung für die Umgebung nicht gegeben sei. „Die Erholungsmöglichkeiten im Bereich Badersfeld bleiben gewahrt“, betont das Rathaus.
Die ethischen Bedenken gegen die Genmanipulation und die Organtransplantation von Schwein zu Mensch, die damit vorbereitet werden soll, läßt die Gemeinde in ihrem Votum von dem Wissenschaftler entkräften, der die Versuche in Badersfeld durchführen will. Professor Eckhard Wolf von Genzentrum der Universität verweist dabei auf die umfangreichen Genehmigungsverfahren nach Deutschem Tierschutzrecht für jeden einzelnen genetischen Eingriff, mit dem „optimaler Tierschutz gewährleistet“ sei. Die in Badersfeld ausgeübten Manipulationen seien „vergleichsweise kleine Eingriffe, die das Genom nur wenig verändern“.
Eine grundsätzliche Ablehnung der mit der genetischen Forschung erzielten Möglichkeit der Organspende vom Tier auf den Menschen sieht der Wissenschaftler „bedenklich“, da angesichts der oft lebensbedrohlichen Konsequenzen ohne Organspende „die betroffenen Patienten allein die Entscheidung treffen sollten, ob sie diese Behandlungsmöglichkeit wahrnehmen möchten“. Die Münchner Universität sei als eine von wenigen Forschungseinrichtungen weltweit in dieser Fragestellung aktiv und erachte die dazugehörigen Forschungen für „sinnvoll und notwendig“.
Der Gemeinderat hat die Erwiderung der Einwände mit den Stimmen von CSU, Freien Wählern, FDP und einigen Räten der SPD gegen Grüne und weitere Räte der SPD mit 16 zu sieben Stimmen beschlossen. Jetzt können zu denLeitplänen weitere Stellungnahmen abgegeben werden.


13.09.2011    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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