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ORTSGESCHEHEN

Alles machbar, alles teuer

Die vom Gemeinderat angeregten Alternativen zur Tieferlegung der Bahn seien machbar, aber teuer, so das Fazit einer neuen Variantenstudie, und die Finanzierung werde schwierig. Das Papier hat im wesentlichen alle bekannten Aspekte der vergangenen 30 Jahre Diskussion wieder aufbereitet. „Das hat überhaupt nichts Neues gebracht“, bilanzierte Peter Benthues (CSU) im Gemeinderat.
Die Studie hatte sich ausweislich ihres Titels einzig auf die Beseitigung der Bahnschranke in der Dachauer Straße verengt, alle anderen Aspekte der Tieferlegung von der Lärmverbesserung bis zum städtebaulichen Effekt blieben außen vor. Entsprechend klang als Fazit mehrfach an, dass die umgekehrte Lösung einer Untertunnelung der Bundesstraße unter die Bahn die realisierbarere Lösung sei.
Im Gemeinderat wurde anschließend heftig gerügt, dass Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW), seit jeher vorderster Verfechter des Straßentunnels, die zuletzt wieder einhellig verfolgte Tieferlegung der Bahn viel zu halbherzig betreibe. Durch die Ansiedlung der Tierärztlichen Fakultät der Uni und die Notwendigkeit ihrer Verkehrsanbindung sei eine völlig neue Situation entstanden, erinnerte Florian Spirkl (SPD), „aber der Zug, der dadurch reinkommen könnte, ist wieder abgeflaut“.
Es sei „schade, dass der Bürgermeister nicht so mit Leuten spricht, dass wir weiterkommen“. Benthues mahnte, der Gemeinderat habe durch Kuchlbauer "hier das Versprechen bekommen, dass Gespräche geführt und Initiativen unternommen würden“, davon sei aber nichts erkennbar oder gar aktenkundig.
Die gedankliche Verengung auf die Beseitigung der Bahnschranke lasse völlig außer Acht, dass die ersatzlose Beseitigung dieses Verkehrshindernisses den Verkehr auf der Bundesstraße 471 durch den Ort anschwellen lassen werde, so die Erwartung mindestens bei SPD, CSU und Grünen. Eine Straßenunterführung anzulegen, hieße für die SPD daher, „den Durchschuss für den Verkehr zu bekommen ohne den Benefit, die Bahn unterirdisch zu haben“, übersetzte Spirkl. Diese Bündelung der Nachteile werde die SPD „definitiv nicht mittragen“.
Markus Büchler (Grüne) appellierte, „nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auf die Bahnschranke zu starren", sondern den Verkehr in Oberschleißheim zu gestalten durch alternative Mobilitätskonzepte oder eine Konzentration auf Beruhigung der Ortsstraßen, „die wir selbst in der Hand haben“.
Einzig für die FWG nannte Hans Negele weiterhin die Straßenunterführung das optimale Ziel. „Der Durchgangsverkehr wird mit dem Bahntrog nicht beseitigt“, sagte er, ließ aber offen, wie das mit der Straßenunterführung geschehen könne.
Die Studie bezeichnet nun die Alternativen zur Machbarkeitsstudie als realisierbar, den Bahnhof in den Trog zu legen, aber weiter nördlich, also zwischen bestehendem Bahnhof und Dachauer Straße, oder auch eine Troglösung ohne Bahnhofsverlegung mit Ergänzung eines zweiten S-Bahnhalts für den Uni-Campus. Die Varianten wurden auf Kosten von 100 bis 140 Millionen Euro taxiert.
Die standardisierte Kosten-Nutzen-Berechnung, ein Koeffizient zur Förderwürdigkeit von Verkehrsprojekten ergebe für alle Optionen völlig untaugliche Resultate. Ab 1,0 gibt es Fördermittel, die Oberschleißheimer Varianten wurden bei rund 0,7 bewertet. Beschlüsse wurden nicht gefasst, was nun das weitere Vorgehen der Gemeinde sein wird, blieb offen.
 
(hierzu ist ein Lesermail eingegangen)


18.07.2018    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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