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Im schönsten Kleid

Im schönsten Kleid

Ein Meisterwerk der Holzbildhauerei wurden vor rund 250 Jahren als Zierde dem Schloss Schleißheim hinzugefügt. Die enorme künstlerische Wirkung der 1763 geschaffenen Portale von Ignaz Günther hat sich dabei schon längst verflüchtigt. Die Türen waren durch die Witterungseinflüsse über die Jahrhunderte großflächig erodiert, vor allem die Feinheiten der Motive waren kaum mehr wahrnehmbar.
2008 hat sich die Staatliche Schlösserverwaltung entschlossen, die Türflügel durch Kopien zu ersetzen. Am Donnerstag wurden sie erstmals geöffnet. Damit habe die Schlossfassade nun wieder "ihr schönstes Kleid angelegt", freute sich Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, aktuell sei Schleißheim damit "in allerfeinstem Zustand".
Die originalen Eichenportale von 1763, die Kurfürst Max III. Joseph dem damals 50 Jahre alten Schloss spendierte, zählen heute "zu den herausragendsten Kunstwerken im Besitz der Bayerischen Schlösserverwaltung", betonte Schreiber. Sie werden künftig im geschützten Innenraum des Schlosses ausgestellt.
Zur Herstellung der Kopien wurden zunächst die Oberflächen der Türen gescannt. Anschließend erfolgte die Ausarbeitung der Türreliefs in Eiche von einer spezialisierten Münchner Modellbaufirma mit einer digital gesteuerten Fräsmaschine. Für die bildhauerische Feinarbeit blieben ein bis zwei Millimeter "Verschnitt" auf allen Oberflächen stehen.
Der Feinschnitt der vorgefrästen Bildreliefs erfolgte dann durch die Bildhauer der Schlösserverwaltung in Nymphenburg in fast 4500 Stunden Handarbeit. Das Projekt kostete über die zehn Jahre rund 140.000 Euro plus der Arbeitszeit. Die Mooseder-Stiftung hat für die abschließenden Holzarbeiten 15.000 Euro beigesteuert.
Ausdrücklich wurde bei den Kopien die Version wiederhergestellt, wie sie 1763 entstand oder, wo das nicht mehr erkennbar war, entstanden sein könnte. Verworfen wurde damit die Option, den aktuellen Zustand mit allen witterungsbedingten Verlusten zu kopieren. „Wir haben uns entschieden, die abgeflachten Reliefs und Detailverluste in der Kopie so herauszuarbeiten, dass die ursprüngliche Vielschichtigkeit der Bildhauerarbeit Ignaz Günthers wieder erlebbar wird“, sagte Schreiber. Entstanden sei so "eine Kopie mit Ergänzungen", die ausdrücklich als Werk des 21. Jahrhunderts erkennbar sein solle.
Das Bild zeigt die Bildhauer Margaretha Binapfel und Oswald Senoner vor dem Ostportal.


05.07.2018    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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