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'Bürgerwehr' für besseres Gefühl?

In Oberschleißheim lebt es sich so sicher wie nur vorstellbar - trotzdem möchte die Polizei eine ehrenamtliche Sicherheitswacht aufstellen. Diese Sicherheitswacht bestünde aus Freiwilligen, die sich selbst melden und nach 40 Stunden Schulung dann in Einsatzjacke durch den Ort patroullieren. Ihre Befugnisse bestünden darin, bei Bedarf die Personalien von anderen abfragen zu dürfen und Platzverweise zu erteilen. Bewaffnet ist die Sicherheitswacht mit einem Reizstoff, der in dieser Stärke nicht handelsüblich ist.
Aktuell gibt es in Bayern in 131 Orten Sicherheitswachten mit knapp 1000 Angehörigen. Dienststellenleiter Michael Graf von der Oberschleißheimer Polizeiinspektion hat das Projekt dem Gemeinderat vorgestellt und wärmstens empfohlen.
Seit 1991, seit Sicherheitsstatistiken in der Inspektion geführt werden, gehörte 2017 zu den sichersten Jahren. 16 Wohnungseinbrüche wurden beispielsweise im gesamten Jahr aktenkundig und 62 Sachbeschädigungen. "Die Zahl der Delikte ist auf sehr, sehr niedrigem Niveau", urteilte Graf, "als Polizei sind wir sehr zufrieden".
Warum es trotzdem eine zusätzliche Sicherheitswacht brauchen soll, erläuterte er damit, dass das subjektive Unsicherheitsgefühl oft nicht der entspannten Lage entspräche. Von einer Sicherheitswacht erhoffe sich die Polizei eine "Steigerung des Sicherheitsgefühls" und durch die stärkere Präsenz "eine bessere Brücke zur Bevölkerung".
Die Grünen nannten die Pläne "einen ganz schlechten Weg" so Markus Büchler: "Damit zündeln sie am bestehenden Gefühl der Sicherheit". Das Gewaltmonopol sei "bei unserer sehr guten bayerischen Polizei gut aufgehoben", befand er, die Rekrutierung von Freiwilligentruppen sei "erbärmlich und eine Schande für die Polizei".
Angesichts der limitierten Befugnisse der Wacht sehe er ohnehin kaum einen Nutzen. Und wenn man diese Einrichtung "nicht gebraucht haben, als die Fallzahlen höher lagen, brauchen wir sie bei sinkenden Zahlen ganz sicher nicht".
Helga Keller-Zenth (Grüne) sagte, sie erlebe absolut kein Unsicherheitsgefühl, sondern als "schön, dass ich hier in Deutschland lebe und keine Angst zu haben brauche". Eine Sicherheitswacht erwarte sie "als Spielwiese von Leuten, die in ihrer Jugend nicht genug Räuber und Gendarm gespielt haben".
Auch Gisela Kranz (CSU) rügte es als "tendenziell nicht gut, Polizeiaufgaben auszulagern". Für sie würde "mein persönliches Sicherheitsbedürfnis dadurch sicher nicht verstärkt", sagte sie, "wenn, dann möcht ich jemand haben, der im Zweifelsfall auch richtig draufhaut".
Stefanie Haslbeck (CSU) regte es als "sinnvoller" an, stärker die allseitige Zivilcourage zu fördern und konkrete Verhaltensweisen zu vermitteln. Für die öffentliche Sicherheit seien "wir alle ein Stück verantwortlich".
Brigitte Scholle (SPD) erwartete hingegen, dass eine Sicherheitswacht "für ältere Mitbürger schon eine Beruhigung wäre". Erich Elsner (SPD) monierte, dass die Personalausstattung der Polizeiinspektion 48 nicht ansatzweise dem Wachstum der von ihr betreuten drei Orte gerecht werde. Die Sollstärke der Inspektion wurde in sechs Jahren gerade um zwei Stellen auf jetzt 67 angehoben, verfügbar sind gerade 59. Graf betonte freilich ausdrücklich, dass diese Truppe "keine Kompensation für fehlende Stellen bei der Polizei" wäre. Er würde sich etwa zehn Freiwillige in Oberschleißheim wünschen.
Der Gemeinderat entscheidet demnächst über die Einführung.

(ein paar Gedanken dazu)


17.04.2018    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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