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Neubaugebiet zu dicht

Der Start des nächsten Neubaugebiets am Schäferanger ist vertagt. Die Pläne des Münchner Bauträgers "Concept Bau" für sieben fünfstöckige Wohnblöcke wurden vom Gemeinderat vorerst nicht akzeptiert. Auf dem schmalen Grundstück mit rund 1,5 Hektar Fläche an der unbebauten Ostseite des Schäferangers sollten 175 Wohneinheiten mit rund 14.000 Quadratmeter Wohnfläche entstehen.
Das Projekt hätte eine Geschossflächenzahl (Gfz) als Maß der Baudichte von 1,35 erreicht. Obergrenze der Bayerischen Bauordnung ist für Wohngebiete 1,20, in der unmittelbar angrenzenden Mooswegsiedlung aus den 1990er Jahren wird 0,8 erreicht. Vor Jahren hatte die Gemeinde ein Strukturkonzept für die Freifläche erstellt, das eine Gfz von 0,9 bis 1,0 vorgibt. Somit würden "alle Beschlussvorgaben definitiv nicht erfüllt", bilanzierte SPD-Sprecher Florian Spirkl.
Zudem wäre nahezu die gesamte Grundstücksfläche von einer Tiefgarage unterkellert, was eine Totalversiegelung bedeute. An der Planung sei doch "vieles im Argen", monierte Hans Negele (FWG), mit dem vorgesehenen Bauvolumen und der Gebäudehöhe habe man "einiges übertrieben". Fünf Geschosse seien in den umliegenden Baugebieten überhaupt nirgends vorhanden. Die Blöcke sollten jeweils viergeschossig werden und dazu ein von der Gebäudekante abgesetztes fünftes Dachterrassengeschoss erhalten.
Zudem weise der Plan überhaupt keine öffentlichen Flächen aus, die für die rund fünf Hektar große Gesamtfläche unumgänglich seien. Das Strukturkonzept hatte öffentliches Grün, Wegeerschließung und eine Kindertagesstätte über die gesamte Freifläche verteilt. Allerdings konnte diese gemeinsame Gestaltung nie umgesetzt werden, weil nur zwei der drei Eigentümer mitmachen wollten. Der Eigentümer des Mittelstücks, der sich nicht bauwillig zeigte, ist Hans Negele.
Er befürchtet nun aber, dass alle nötigen Infrastrukturmaßnahmen auf die später bebauten Flächen abgewälzt würden, was nicht angehen könne. Ingrid Lindbüchl forderte für die Grünen ebenfalls, die Beurteilung der Pläne zumindest erst gemeinsam mit dem Westteil der Fläche am Kreuzacker vorzunehmen, der ebenfalls unmittelbar zur Bebauung ansteht. Mindestens eine Kindertagesstätte werde angesichts des Bauvolumens nötig werden.
Mit Gebäudehöhe und Dichte hätten sich die Grünen durchaus anfreunden können, auch die CSU signalisierte Akzeptanz. Innerorts an bereits verdichteter Stelle sei massive Bebauung sinnvoller als neuer Flächenverbrauch in der freien Landschaft, argumentierte Helga Keller-Zenth (Grüne).
Unisono gerügt wurde auch das Konstrukt des Bauherrn, die gemäß Gemeindeauflage 30 Prozent an sozial geförderten Wohnungen auf die zwei Blöcke am Nordrand der Fläche zu konzentrieren und die fünf anderen frei zu veräußern. Das sei "eine Stigmatisierung", monierte Gaby Hohenberger (Grüne), Peter Benthues (CSU) warnte vor "einer Ghettoisierung". Organisatorisch sei es üblich, Miet- und Eigentumswohnungen zu trennen, begründete "Concept Bau" diese Vorgabe.
Die von Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FWG) empfohlene grundsätzliche Akzeptanz der Pläne verweigerte der Gemeinderat. Einstimmig wurde stattdessen überhaupt kein weiterführender Beschluss gefasst, sondern nur die Kenntnisnahme protokolliert. "Concept Bau" muss damit nun wohl mit einem weiteren Vorschlag unter Einbeziehung der Kritik erneut im Rathaus vorstellig werden.


20.09.2017    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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