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ORTSGESCHEHEN

Eigene Planungsvarianten für den Bahntrog

Für eine mögliche Tieferlegung der Bahn will das Rathaus nun auf eigene Faust zwei weitere Planungsalternativen untersuchen lassen. In beiden soll auf die strittige Verlegung des Bahnhofs unterirdisch an die Dachauer Straße verzichtet werden.
Kern der aktuell verhandelten Variante ist es, bei der Tieferlegung der Gleise in einen offenen Trog auch den bestehenden S-Bahnhof in den Trog zu verlegen und zwar auf Höhe der Dachauer Straße. So soll der künftige Uni-Campus der Tierärztlichen Fakultät im Süden des Ortes besser angebunden werden.
Nur mit dieser Planungsvariante sei überhaupt erreicht worden, dass auch die Münchner Universität und mit ihr der Freistaat Bayern hinter dem Projekt stehen, betonte Bürgermeister Christian Kuchlbauer im Verkehrsausschuss des Gemeinderates. Ohne den Mehrwert für die Uni und die Bahn AG, die damit mehr Fahrgäste rekrutieren will, sei die Troglösung nicht realisierbar, versicherte er.
Für die Bürgerinitiative "Bahn im Tunnel" (BIT) wird mit dem unterirdischen Bahnhof hingegen die Planung "nur teurer, aber nicht besser", wie ihr Planungsexperte Casimir Katz sagte. Unter dem Zwang, den Bahnhof unterirdisch an die Dachauer Straße zu setzen, seien "zu viele Dinge in die Planung hineingebaut, die nicht vernünftig sind", analysierte er, "das krankt einfach".
Die BIT hat daher vorgeschlagen, zur optimalen Erschließung des Campus einen zweiten oberirdischen S-Bahnhalt im Süden des Ortes zusätzlich zum bestehenden Bahnhof anzulegen. Das würde den Trog deutlich entzerren und so optimale technische Lösungen ermöglichen.
"Ohne Bahnhofsverlegung: keine Chance", versicherte Kuchlbauer. "Wenn wir uns einreden, keine Chance zu haben, haben wir schon verloren", konterte Peter Benthues. Die momentane "gewisse Bereitschaft" bei Bahn, Freistaat und Landkreis für eine Troglösung solle man doch optimal ausgestalten. Kuchlbauer brachte dann selbst als Kompromissidee ein, die Pläne im Grundsatz zu belassen, aber den unterirdischen Bahnhof eventuell weiter nach Norden zu verschieben, also näher an den bestehenden Bahnhalt.
Einstimmig empfahl der Ausschuss eine Ergänzung der Machbarkeitsstudie für den Bahntrog um diese beiden Varianten. Im Herbst hatte der Gemeinderat noch einstimmig der Planvariante aus der Machbarkeitsstudie zugestimmt. Erst anschließend setzten massive Bedenken ein, die jetzt zu dieser nachträglichen Debatte geführt hatten.
Markus Büchler nannte die Planung aus der Studie "städtebaulich ein Desaster". Florian Spirkl ordnete die Situation so ein, dass die Lösung "von den untersuchten Varianten die beste" gewesen wäre - "aber keine gute". In der Debatte habe man jetzt schon zwei bessere Lösungen gefunden.
Ausdrücklich ausklammern wollte der Bürgermeister in der Argumentation die Situation des Straßenverkehrs, vor der die Grünen im Vorfeld drastisch gewarnt hatten. Würde durch die Tieferlegung der Bahn die Bahnschranke in der Bundesstraße B471 entfallen, würde "der Korken aus dem Flschenhals" der rings um Oberschleißheim optimal ausgebauten Straße entfernt, mahnte Büchler, und der Durchgangsverkehr dann wohl drastisch zunehmen. Kuchlbauer hielt dagegen, eine Verkehrslösung für die B471 müsse in jeder denkbaren Variante neu kreiert werden, so dass die Trogdebatte davon nicht beeinflusst werden solle.
 
(hierzu ist ein Lesermail eingegangen)


15.03.2017    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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