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Der Pionier im Unidorf

Der Pionier im Unidorf

Das Bayerische Kultusministerium hatte im April 1965 Professorin Irmgard Glystorff von Hannover an die Tierärztliche Fakultät der Universität München berufen, um dort einen Lehrstuhl für Geflügelkrankheiten aufzubauen. Dazu mietete man ihr eine über 30 Jahre alte Geflügelfarm an der Mittenheimer Straße in Oberschleißheim an... Drei wissenschaftliche Generationen später feierte das 1966 dann offiziell installierte Institut nun am Freitag als Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Zierfische sein 50. Jubiläum, am Samstag schließt sich von 10 bis 15 Uhr ein Tag der offenen Tür an.
Es war ziemlicher Zufall, dass Professorin Glystorff mit ihrer Pioniertat in Oberschleißheim landete und es sollte vor allem auch nur provisorisch sein. Doch das Institut, das stets prägnant "die Vogelklinik" blieb, wurde Wegbereiter des mittlerweile eingeleiteten Komplettumzugs der gesamten Tiermedizinischen Fakultät von München nach Oberschleißheim.
Und mit dem innerörtlichen Umzug 1992 - nach 27 Jahren Provisorium - auf den Veterinäranger war die Klinik auch Pionier auf dem neuen Campus. Das Jubiläum wurde im Schatten von Baukränen begangen; gerade entsteht als erste Zentraleinrichtung der künftigen Fakultät ein Hörsaal. Jedes weitere Jubiläum der Vogelklinik muss nun nicht mehr im Treppenhaus gefeiert werden.
"Ein eigenes Univiertel" entstehe da, freute sich Bürgermeister Christian Kuchlbauer beim Festakt. Oberschleißheim sei "schon stolz, ein Unidorf zu werden", versicherte er und versprach den Medizinern, "alles zu tun, um ein angenehmes Klima zu schaffen".
Dekan Joachim Braun (Bild ob.) deutete als weiteren Fahrplan mit maximal vorsichtiger Wortwahl an, dass "vielleicht zum 70. Jubiläum deutlich mehr von der Fakultät da sein könnte". Mit der Zufallsentscheidung von 1965 habe man "vielleicht die richtigen Weichen gestellt damals", sagte er.
Massiv verändert hat sich in den 50 Jahren das Aufgabenspektrum. Begründet als Institut für Krankheiten des Haus- und Wildgeflügels hat sich der Schwerpunkt innerhalb der komplett abgedeckten biologischen Klasse "Aves", die etwa 8700 Arten und mehr als 27.000 Unterarten umfaßt, immer mehr auf Ziervögel verlagert und in diesem Trend generell zu den "minor species" in der Fachsprache. 2013 wurde eine Klinikambulanz für Reptilien, Amphibien und Zierfische angebaut. Und punktgenau zum Jubiläum ist als nächste Untereinheit eine Klinik für kleine Heimtiere vom Hamster bis zur Ratte im Aufbau.
Behandelt werden jährlich rund 5000 Vögel sowie etwa 1500 Reptilien und Zierfisch-Patienten. Mit den Heimtieren werden weitere 1500 Besucher jährlich erwartet. Neben der Diagnostik der tierischen Patienten mit Röntgen, Ultraschall oder Computertomografie und ihrer medikamentösen und operativen Behandlung gehören zum Spektrum des Instituts auch labordiagnostische Untersuchungen in Virologie, Bakeriologie oder Parasitologie.
280 Studenten lernen je Semester an der Vogelklinik, seit 1967 das Fachgebiet Geflügelkrankheiten in der Approbationsordnung für Tierärzte zum Pflichtfach erhoben wurde. Mit seinem Angebotsspektrum gehört die Oberschleißheimer Einrichtung zu den größten ihrer Art in Europa. Durch die Arbeit von Korbel, der sich in Oberschleißheim habilitiert hatte, ehe er unter anderem in Minnesota und Wien seinen Schwerpunkt Augenheilkunde bei Vögeln lehrte, ist die Vogelklinik in dieser Disziplin weltweit führend.
Mit der emeritierten Professorin Helga Gerlach, die 1965 im Stab von Irmgard Glystorff an die Mittenheimer Straße zog, Professor Josef Kösters, der von 1981 bis 1999 Institutsleiter in Oberschleißheim war und seither in Chile lebt, und seinem Nachfolger Professor Rüdiger Korbel, der seit 2001 das Haus führt, waren alle drei Generationen bei der Feier vertreten (Bild unt.).
 


03.06.2016    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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