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ORTSGESCHEHEN

'Historische Chance' für Bahntunnel

Mit der Finanzierung einer neuen Machbarkeitsstudie für einen Bahntunnel durch Oberschleißheim steigt die Gemeinde nochmal massiv in die Tieferlegungspläne ein. Angesichts einer historischen Chance, die durch ein Gemeingelage an vielfältigen unterschiedlichen Interessen gesehen wird, vollzog auch der Gemeinderat einen Schulterschluss.
Nach Jahrzehnten erbitterten Ringens um die Vision beauftragte das Gremium einstimmig die Studie. Peter Benthues, seit 27 Jahren einer der striktesten Kämpfer für den Bahntunnel, bilanzierte "eine Sternstunde".
"Die Chance war noch nie so gut und wird nie mehr so gut sein", ordnete Bürgermeister Christian Kuchlbauer die Situation ein. Erstmals hat die Gemeinde auch den Landkreis an ihrer Seite, dazu kämpft der Flughafen um die Voraussetzung für eine Express-S-Bahn auf der Trasse und die Ludwig-Maximilians-Universität schließlich möchte ihren künftigen Campus der Tierärztlichen Fakultät besser erschließen. So wird die Tieferlegung der Plan in der neuen Studie gekoppelt an eine Verlegung des S-Bahnhofs näher an den Uni-Campus am Veterinäranger.
Ein weiterer Eckpunkt der Argumentation ist schließlich, dass die Signalanlagen in Oberschleißheim spätestens in zehn Jahren an neue Sicherheitsbestimmungen angepasst werden müssen und dann jede Schrankenschließung eine bis eineinhalb Minuten länger anhält. Der oft verwendete Sarkasmus, wonach die Bahnschranke länger geschlossen als offen ist, würde spätestens dann Realität.
Kuchlbauer berichtete von zahllosen Vorgesprächen in großer Runde und in direkten Einzelkontakten. "Möglich ist momentan relativ viel", versicherte er. Allerdings habe sich herauskristallisiert, dass man mit einer bloßen Einhausung der Bahn den Freistaat nicht als Partner haben werde, da sich der dann auf die günstigere Lösung einer Straßenunterführung zurückziehen werde.
Um auch den Staat zu gewinnen, müsse der Bahnhof verlegt werden, um die Uni zu erschließen. Ein möglicher Standort wäre ein unterirdischer Bahnhof in etwa auf Höhe der Dachauer Straße.
SPD, CSU, Grüne und FDP als Fürsprecher der Tunnellösung seit der Entstehung der Idee Anfang der 1990er Jahre begrüßten die Fortschreibung der zuletzt 2010 angestrengten Machbarkeitsstudie. Florian Spirkl (SPD) dämpfte lediglich die Euphorie, indem er fragte, "ob all die glühenden Befürworter auch noch da sind, wenn der Deckel zu bezahlen ist".
Aber auch die FWG, die eine Tunnellösung seit Jahren für ireeal hielten, an allen Fronten dagegen agitierten und unter anderem schon einen Bürgerentscheid dagegen angestrengt hatten, stellten sich hinter die Studie. "Wir schulden unseren Bürgern etwas", sagte ihr Sprecher Hans Hirschfeld und meinte die Entflechtung des Bahnübergangs, "uns das gehen wir jetzt an."
Für die Grünen mahnte Markus Büchler an, bei einer Chance auf eine Untertunnelung von Anfang an die Folgeprobleme mit in den Blick zu nehmen. Entfiele die Bahnschranke als Verkehrsbremse, könne sich die Bundesstraße B471 zur "Zweitautobahn durch den Ort entwickeln". Als einzige Lösung sehe er eine Abstufung der Trasse zur Kreisstraße, um die man sich parallel bemühen müsse. Auch müsse der eventuelle Bahntunnel in der Lage sein, langfristige Gleiserweiterungen aufzunehmen, für die ansonsten nur noch die Umgehungsroute auf der ehemaligen Transrapidtrasse vorstellbar sei.


24.02.2016    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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