„Geduld und konstruktive Arbeit“

Ein reges Ortsgeschehen bilanzierte Bürgermeister Christian Kuchlbauer bei der Bürgerversammlung am Dienstag, es liefen „so viele Projekte gleichzeitig, dass wir im Rathaus mitunter alle Hände voll zu tun haben“. Der allgemeine Wachstumsdruck der Region stelle auch Oberschleißheim vor „Aufgaben, die wir lösen werden müssen“, sagte der Bürgermeister, „die wir aber auch lösen können, da bin ich sicher.“ Dafür brauche es „Geduld, konstruktive Arbeit in den Gremien und gute Kommunikation“.
Bei der Nachfrage nach Wohnraum setze Oberschleißheim unverändert auf „stetes und moderates Wachstum“. Mit dem Bauen komme man dabei „naturgemäß nicht so schnell nach, wie der Bedarf steigt“. Zum jüngsten Streit um die Bebauung der Freifläche nördlich des Mooswegs zwischen Schäferanger und Kreuzacker sagte Kuchlbauer, dass „alle Seiten wollen, dass dort Wohnbebauung entsteht, und das werden wir auch gemeinsam meistern“.
Bei der Verkehrsbelastung appellierte der Bürgermeister vorrangig an die übergeordneten Behörden, „die enormen Kapazitätsengpässe auf Straße und Schiene zu beheben“. Die mögliche Tieferlegung der Bahn, für die Kuchlbauer noch vor Jahresfrist eine Jahrhundertchance gesehen hatte, hat er nun quasi beerdigt. „Sie ist aus Kostengründen in meinen Augen bis auf weiteres vom Tisch“, sagte er, „in welcher Variante auch immer“. Da eine Straßenunterführung der B471 unter die Bahn im Gemeinderat mehrheitlich nicht gewollt ist, sei in der Problematik mit der Bahnschranke „derzeit eine Weile Stillstand, auch mangels Alternativen“, beschied der Bürgermeister.
Als großes laufendes Bauprojekt der Gemeinde stellte er den Anbau des Kinderhorts an der Grundschule Parksiedlung vor, der im Frühjahr 2019 bezogen werden soll. In Vorbereitung ist eine Ertüchtigung der Schule durch „ein paar grundsätzliche Erneuerungen“. Die Pläne sollen noch heuer im Gemeinderat vorgestellt werden. Außerdem läuft die Renovierung des Bürgerzentrums etappenweise weiter. Nach der Erneuerung der Konferenzräume, der Waschräume und Toiletten kommen nun die Außenfassade und die Böden an die Reihe, wobei der Zeitpunkt von den Haushaltsberatungen abhängen werde.
Bei der seit Jahren ausstehenden Vollendung des neuen Hauptplatzes durch den Bau der beiden Geschäftshäuser am Stutenanger sagte Kuchlbauer, er wolle „mittlerweile nichts mehr dazu sagen oder auch nur andeuten, es glaubt sowieso keiner mehr“, zu oft seien die Pläne schon verschoben worden. Aktuell habe er Rewe eine Frist bis Ende November gesetzt, um die Vereinbarungen als Grundlage für den Neubau zu akzeptieren.

 

 

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