„Bahnbrechendes für das Bauingenieurwesen geleistet“

Casimir Katz, Gründer und Vorstand der „Sofistik“ am Bruckmannring, wurde vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes mit der Konrad-Zuse-Medaille für herausragende Leistungen in der Informatik im Bauwesen ausgezeichnet. Bei der Ehrung beim Deutschen Obermeistertag am Freitag in Berlin sagte Verbandspräsident Reinhard Quast, Katz habe „Bahnbrechendes für Forschung und Praxis im Bauingenieurwesen geleistet“.
1982 hatte der heute 64jährige die „Finite-Elemente-Methode“ weiterentwickelt, eine innovative Technologie zur statischen oder dynamischen Berechnung von Bauwerken oder Bauteilen aller Art, und sie damit für breite Kreise von Bauingenieuren erschlossen, die vorher keinen Zugang zu dieser Anwendung hatten. Heute findet die Methode in der Bauwirtschaft breite Anwendung bei statischen Berechnungen in Bauteilen und Gebäuden, etwa bei der Tragwerksanalyse in den Prozessen der Bauwerksmodellierung, bei Tragkonstruktionen im Hoch- wie im Tiefbau, aber auch bei der Behandlung von Aufgaben der Bauphysik oder Strömungsmechanik.
1987 gründete Katz mit Kollegen und Kommilitonen die „Sofistik GmbH“, aus der 1999 die „Sofistik AG“ hervorging. Seit 1988 ist das Unternehmen am Bruckmannring angesiedelt. „Sofistik“ ist nach eigenen Angaben Europas führender Softwarehersteller für Berechnung, Bemessung und Konstruktion bei Bauprojekten weltweit mit über 75 Mitarbeitern. Von 2000 bis 2006 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität Leipzig, 2006 wechselte er an die Technische Universität München. Seit 2009 wirkt er als Honorarprofessor mit einem Lehrauftrag für Computational Mechanics.
Das Konrad-Zuse-Kuratorium im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes würdige mit der Auszeichnung „die herausragende Fähigkeit von Professor Katz, neueste wissenschaftliche Ergebnisse in leistungsfähige Software zu integrieren“, heißt es im Ehrungstext. Die Medaille in Erinnerung der Verdienste von Konrad Zuse wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf dem Gebiet der Bauinformatik in hervorragender Weise ausgewiesen haben, um die Nutzung modernster Informations- und Kommunikationstechnologien im Bauwesen aktuell zu befördern.
Katz ist seit Jahren Ortsvorsitzender der FDP und im Vorstand der Bürgerinitiative „Bahn im Tunnel“, gehörte sechs Jahre dem Gemeinderat an und ist aktuell Fahrradbeauftragter der Gemeinde.

Lesermail verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.