Heimat, ein Phantomschmerz

Heimat hat wieder Konjunktur in Deutschland – doch was hat es damit auf sich? Der Autor Christian Schüle geht dem Begriff Heimat in seinem Buch „Heimat – Ein Phantomschmerz“ nach. In der Freizeitstätte „Planet O“ las er am Mittwoch daraus.
Heimat definierte er als „ein Gefühl des Vertrauten, des Wohlgefühls und der Erinnerungen“. Gerüche und Geräusche von früher könnten ein Heimatgefühl triggern und dann setze jener Phantomschmerz ein. Veränderungen trügen dazu bei, etwa indem sich politische, wirtschaftliche und soziale Grenzen mit der Globalisierung auflösen.
Die Welt werde so unüberschaubarer und die Zahl derjeniger wachse, die einen Verlust an Sicherheit und Geborgenheit beklagten. „Wer fürchtet, die Heimat zu verlieren, der verklärt die Vergangenheit, verliert den Blick für Gegenwart und Zukunft und entwickelt Ängste“, so der Autor.
Heimat sei aber mehr als Identität und Herkunft, betonte Schüle. Es gehe auch um Fragen von Bleiberecht, Wanderung, Streben nach Zugehörigkeit und Sicherheit. In der Debatte um Migration sei der Begriff Heimat politisiert worden, warnte der Autor: „Das ist gefährlich.“

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