Lesermail zum Artikel „Rathaus bringt Bauträger gegen sich auf“

Zur Vervollständigung der Berichterstattung haben die betroffenen Grundstückseigentümer und Vorhabenträger ihren offenen Brief an die Gemeinde auf www.anwalt44.de eingestellt. Er kann damit von jedermann nachgelesen werden. Es befindet sich dort auch eine Chronologie der letzten 2 Jahre, die die Untätigkeit der Gemeinde unter Bürgermeister Kuchlbauer in Sachen Wohnungsbau am Kreuzacker aufzeigt.
Herr Köbele ist möglicherweise noch Parteimitglied der Freien Wähler (BM Kuchlbauer, GR Negele). Er sollte sich erst erkundigen und die Pläne ansehen, bevor er etwas schreibt.
Es wurde bereits im Jahr 2014 vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum untersucht und festgestellt, dass die neuen Baugebiete verkehrstechnisch verträglich sind. Beide Grundstücke erhalten nach den vorliegenden Plänen großzügige Tiefgaragen. Auf beiden Grundstücken entstehen im Umfang von 30 % des neu entstehenden Baurechts Sozialwohnungen mit einer Miete von 9,90 €/m².
Je mehr gebaut werden kann, desto mehr Sozialwohnungen entstehen. So einfach ist das.
Auf beiden Grundstücken wurden öffentliche Durchwegungen, Grünanalgen und sinnvolle Anschlüsse an das Grundstück Negele geplant. Monsterbauwerke gibt es keine. Sämtliche Beschlussvorlagen des Gemeinderates wurden eingehalten und auch die Bereitschaft zu einer Infrastrukturabgabe für ursächliche Infrastrukturfolgen erklärt. Im Falle der Vorhabenträgerin Baywobau kommt noch der Glücksfall für die Gemeinde hinzu, dass sich dieses Unternehmen langfristig vor Ort als Vermieterin engagiert. Mehr können die Grundstückseigentümer und Vorhabenträger nicht machen und sie müssen sich auch nicht alles gefallen lassen.
Ich gehe ferner davon aus, dass alle Nachbarn bis auf Herrn Negele Verständnis dafür aufbringen, dass neue Wohnungen für wohnungssuchende Menschen vor Ort entstehen sollen. Das Problem der Wohnungsnot ist längst in der Bevölkerung angekommen und die Bevölkerung ist auch nicht so rückständig, wie manche annehmen.
Thomas Guldenkirch

2 Lesermails

  1. Zur Aussage von Herrn Guldenkirch, dass ich noch Parteimitglied bei den Freien Wählern bin, kann ich nur sagen, ob er die örtliche Presse nicht verfolgt. Sonst hätte er die Presseberichte mitbekommen müssen, dass ich 2014 bei den Freien Wählern ausgetreten bin. Seitdem bin ich ein Oberschleißheimer Bürger, der niemanden verpflichtet ist, der aber alles interessiert verfolgt, was in Oberschleißheim passiert. Und daraus sich seine eigene Meinung bildet.
    Im Übrigen habe ich mich erkundigt und die Pläne gesehen. Sie weichen gegenüber der mir bekannten Konzeptplanung der Gemeinde aus dem Jahr 2012/2014 (da war ich noch im Gemeinderat) deutlich ab. Angedacht vom Gemeinderat waren damals Bauten, die hervorragend in die Umgebungsbebauung St. Margarethenstraße, Ertlbaugebiet und Glasanger gepasst haben. Die vorgelegten Planungen der Bauträger übersteigen das mir bekannte Konzept um ein Vielfaches.
    Herr Guldenkirch, es bleibt mir überlassen, wie ich dies werte. Für mich sind die geplanten Häuser Monsterbauten. Meine Meinung ist nach wie vor: Die Verschattung der Doppelhäuser in der St. Margarethenstraße wird enorm. Das Verkehrsaufkommen wird sich vielfach erhöhen, vor allem am Schäferanger, St. Margarethenstraße und Moosweg. Die abzweigenden Nebenstraßen werden vermutlicherweise als Parkraum sehr gefragt sein (trotz „großzügiger Tiefgarage“). Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bewohner der Ertlbau–/Mooswegsiedlung dem zustimmen, wie mir auch Bekannte bestätigten.
    Thomas Guldenkirch müsste wissen, dass ich mich als Bankkaufmann sehr wohl mit Immobilien und Bauträger auskenne. Wir brauchen keine hochpreisigen Wohnungen. Wohnungsnot herrscht bei den unteren bis mittleren Einkommensschichten und den notwendigen niedrigen Mieten (unter 9 Euro/qm). Die populistischen Aussagen vom „bezahlbaren Wohnraum“ und „Wohnungsnot“ ohne Angabe von Betroffenen und Zahlen sowie Daten kann ich schon nicht mehr hören. Bei den erwähnten Sozialwohnungen habe ich so meine Zweifel, wenn ich die Preisentwicklung am Stutenanger sehe sowie die Einhaltung der Sozialcharta.
    Die Aussage im Lesermail von Herrn Guldenkirch, „es ist nicht zu erwarten, dass die Vorhabenträger (Concept Bau und Baywobau) bereit sind, nach fremden Plänen zu bauen“ zeigt nach meiner Meinung doch, dass die vorgelegten Planungen nur auf optimalen Gewinn ausgelegt sind (je höher desto mehr Gewinn). Aus diesem Grund sind möglicherweise die Bauträger/Eigentümer gegen Fremdplanungen.
    Aber Herr Guldenkirch muss wohl so schreiben als Anwalt der Bauträger(n) und Eigentümer(n). Wie heißt es so schön: Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing.
    Emil Köbele

  2. Zum Thema „Rathaus bringt Bauträger gegen sich auf“,und viele Pläne kein Plan“vom 17.10.2018

    Sehr geehrter Herr Guldenkirch,
    da ich in letzter Zeit immer wieder als Verhinderer des in Planung befindlichen Baugebiets hingestellt werde, ist meine Geduld, zu schweigen, beendet.
    Der von Ihnen zitierte Strukturplan, der dem Gemeinderat 2014 vorgestellt wurde, zeigt mehrere Varianten auf, wie eines der letzten innerörtlichen Baugebiete aussehen könnte. Alle Varianten weisen Durchwegungen und öffentliches Grün aus. Die zwischen 6000 und 8000 qm öffentliche Flächen sind fast alle auf meinem Grundstück ausgewiesen, obwohl ich derzeit nicht bauen will. Hierzu verlange ich eine einvernehmliche Lösung.
    Sie, Herr Guldenkirch, als Vertreter der Bauträger und Eigentümer, wollen von dem nichts wissen und ließen zu, dass deren Grundstücke von Grenze zu Grenze Bauland werden. Öffentliche Grünzüge und Wege, die auf Grundstücken Ihrer Mandanten liegen, wollen Sie bei der Verwirklichung mit Baurecht vergütet haben.
    Als Sie bei der Bauleitplanung beim Baugebiet an der Hirschplanallee auch Gemeinderat waren, haben Sie ganz anders argumentiert. Dort waren Ihnen 240 Wohneinheiten bei 5 ha (50 000m²) zuviel, hier sind Ihnen 240 Wohneinheiten bei 2 ha (20 000m²) zu wenig. So lesen sich jedenfalls Ihre Zeilen. Das Baugebiet Hirschplanallee hat trotz seiner Größe nur 168 Wohneinheiten.
    Das, was Sie jetzt fordern, ist eine reine Gefälligkeitsplanung für Ihre Mandanten und jetzt diffamieren Sie jeden, der Ihnen im Wege steht, bzw. eine andere Meinung hat. In meiner fast 30jährigen Gemeinderatsarbeit habe ich solche ungerechtfertigten Anschuldigungen noch nie erlebt.
    Als Baujurist wissen Sie, dass Bauleitpläne ausschließlich unter die Planungshoheit der Gemeinde fallen und nicht die Aufgabe von Bauträgern sind. Der Bauausschuss hat die Bauleitplanung an ein externes Planungsbüro vergeben und das ist gut so. Bei der Hirschplanallee wurde unter Ihrer Gemeinderatsmitgliedschaft sogar ein Wettbewerb verlangt, der auch alles verzögerte!
    Dass Wohnraum benötigt wird, ist nicht strittig, aber nicht um jeden Preis. In der Parksiedlung steht immer noch jede Menge Wohnraum leer, laut Inserat von „Patrizia“ kostet der qm 5.300,–€, das bei einem 50jährigem Bau. Mit Sicherheit verlangen Ihre Bauträger für einen Neubau nicht weniger.
    Die nach der SoBoN errichteten Sozialwohnungen werden nur auf Zeit günstiger sein. Was ist nach Ablauf der 25jährigen Sozialbindung? Ich stehe dazu, ich habe nicht für die SoBoN gestimmt, weil diese nicht nachhaltig ist. Die Gemeinde hat nach wie vor die Möglichkeit, eine Teilfläche von
    25 % zu einem 1/6 des Verkehrswertes zu kaufen (wie an der Hirschplanallee]. Nur das ist für mich nachhaltig, deshalb werde ich hierzu einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat einbringen, damit der Gleichheitsgrundsatz gegenüber den ehemaligen Grundbesitzern an der Hirschplanallee gewahrt ist (Art. 3 GG). Auch im Grundsatzbeschluss vom 18.10.2016 ist nachzulesen, dass ein Teilkauf möglich ist. Im Antrag einer von Ihnen vertretenen Erbengemeinschaft wurde ein Teilverkauf an die Gemeinde angeboten, zudem gibt es einen Beschluss des Gemeinderats über ein Vorkaufsrecht. Beschlussmäßig ist dies noch nicht behandelt.
    Hans Negele,
    FW-Gemeinderat

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