Wie’s hier mal war

Den Entwicklung des Ortes mit seinen Läden, Straßenzügen und Wohnsiedlungen ebenso wie seiner spektakulären Objekte Schloss, Flugplatz und Olympische Regattaanlage dokumentiert eine Ausstellung über „Oberschleißheim im Wandel der Zeit“ in der Flugwerft des Deutschen Museums. Auf 43 Tafeln hat Heimatforscher Otto Bürger vorwiegend historische Fotos, ihre Entsprechnungen in der Moderne, diverse historische Schriftstücke und in einigen Schauvitrinen auch originelle Exponate aus über hundert Jahren Ortsgeschichte zusammengestellt.
Thematisch geordnet werden Bahnhof oder Flugplatz behandelt, Straßen, Künstler und besonders üppig das örtliche Gewerbe; denn neben den „Freunden von Schleißheim“ zeichnet auch der Gewerbeverband als Co-Veranstalter der Schau. Die Stücke stammen aus dem Fundus Bürger, die Ausstellung hat er zusammen mit seinem kongenialen Partner Hans Treffer gestaltet. Ein umfangreicher Begleitkatalog wurde von Jürgen Pichler aufgelegt.
Bei der Eröffnung am Donnerstag zeigte Bürger vor rund 120 Besuchern (Bild ob.) die Bilder der Ausstellung und viele mehr in einem launigen Dia-Streifzug durch die Historie „von der höfischen Siedlung in die Gegenwart“, so der Untertitel der Ausstellung. Bürger sei „ein lebendes Ortslexikon“, würdigte Walter Klar, der Vorsitzende des Gewerbeverbands, oder, wegen des Ausgriffs auch in die Moderne, „das Wikipedia Oberschleißheims“.
Wolfgang Heckl, der Generaldirektor des Deutschen Museums, nannte den rührigen Heimatforscher schlicht „ein Phänomen“. Seit der Ansiedlung des Museums vor 26 Jahren kenne er Bürger als „jungen Mann, der mir immer alle Fragen beantworten konnte“.
Bürgermeister Christian Kuchlbauer sagte, in Oberschleißheim sei „die Tradition jedem am Ort bewusst“. Der Ort sei „traditionell und sehr modern“. Aktuell stehe man angesichts neuer Wohnsiedlungen, neuer Gewerbeflächen und dem Zuzug der Universität vor einer enormen Umwälzung, betonten Kuchlbauer wie Klar. „Ich hoffe, dass bei der nächsten Ausstellung dieser Art schon die Lösungen der heutigen Probleme hängen“, sagte Klar. Kuchlbauer zeigte sich überzeugt, dass Oberschleißheim „in 20 Jahren nicht schlechter aussehen wird, sondern lebenswert bleibt“.

Bei der Eröffnung: (v. li.) Gewerbeverbandsvorsitzender Walter Klar, Otto Bürger, Museumsdirektor Wolfgang Heckl und Hans Treffer.

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