Mehr Polizisten statt Sicherheitswacht

Anstatt eine örtliche Sicherheitswacht einzuführen, will Oberschleißheim zuerst die reguläre Polizei stärken. Auf Initiative der SPD hat der Gemeinderat einstimmig einen Appell ans Innenministerium für eine „angemessene Personalausstattung der Polizeiinspektion 48“ verfasst. Garching und Unterschleißheim, die ebenfalls im Zuständigkeitsbereich der Inspektion liegen, werden in dem Beschluss aufgefordert, sich der Initiative anzuschließen.
Laut Recherchen der SPD sei der Personalstand der Oberschleißheimer Inspektion seit 2005 bis auf kurzfristige Schwankungen unverändert. Die drei Orte hätten hingegen seit der letzten amtlichen Erfassung 2011, also nur im halben Zeitraum, um rund 15 Prozent mehr Einwohner. Dazu gebe es noch rasende Entwicklung von Gewerbeobjekten plus Verkehrszunahme, was beides ebenfalls Mehrarbeit für die Polizei bedeute.
Diesem exorbitanten Wachstum der Region in der Polizeiausstattung überhaupt nicht gerecht zu werden, sei „unbefriedigend“, heißt es in dem Schreiben ans Ministerium. Eine Aufstockung der Personalstärke um mindestens 15 Prozent, der Zunahme der Bevölkerung, sei eine unabdingbare Forderung, „um den hohen Schutz- und Sicherheitsstandard in unseren Kommunen zu erhalten für alle Bürger und als wichtigen Standortfaktor für unsere Wirtschaft“.
Im Frühjahr hatte der Dienststellenleiter der Oberschleißheimer Inspektion, Michael Graf, innig für den Aufbau von ehrenamtlichen Sicherheitstrupps in den drei Orten geworben und vor wenigen Tagen erst hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nochmal in einem Rundschreiben an die Rathäuser die Installierung wärmstens empfohlen. Unterschleißheim hatte die Einrichtung unmittelbar nach Grafs Vorstoß schon abgelehnt, Oberschleißheim hat noch nicht darüber befunden.
Eine ehrenamtliche Sicherheitswache könne für eine angemessene Personalstärke der Polizei „keinesfalls ein Ersatz“ sein, heißt es in dem Schreiben. Die Oberschleißheimer Dienstelle sei „hoch motiviert, bürgernah und daher erfolgreich“, wird hervorgehoben die Zusammenarbeit mit der Gemeinde könne „nur als hervorragend bezeichnet werden“.

 

 

 

 

 

 

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